Dieses Glossar erklärt 34 Begriffe rund um das Fernglas, von der Austrittspupille bis zum Zoomfernglas. Jeder Eintrag besteht aus zwei bis vier Sätzen und verweist auf den Ratgeber, der das Thema ausführlich behandelt. Rechenwerte folgen einer festen Regel: Austrittspupille gleich Objektivdurchmesser geteilt durch Vergrößerung, Dämmerungszahl gleich Wurzel aus Vergrößerung mal Objektivdurchmesser. Alle Einträge sind alphabetisch geordnet. Einen Gesamtüberblick über unsere Erklärseiten finden Sie in der Übersicht aller Ratgeber.
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A
Abbe-König-Prisma
Das Abbe-König-Prisma ist eine Dachkant-Prismenform. Laut Zeiss kommt es ohne Verspiegelung aus, ist dafür aber aufwendiger gebaut und länger als ein Schmidt-Pechan-Prisma. Als Beispiel nennt ein Herstellerdatenblatt für ein 8x56 diese Bauform. Mehr dazu im Ratgeber Dachkant- oder Porroprisma.
AP-Abstand (Augenpunkt)
Der Austrittspupillen-Abstand ist der Abstand hinter der letzten Okularlinse, in dem Ihre Augenpupille sitzen sollte. Zeiss nennt etwa 15 mm, die Wikipedia 14 bis 20 mm je nach Brillenstärke. Zu dicht oder zu weit führt zu Randabschattungen. Für Brillenträger ist der Wert besonders wichtig, wie der Ratgeber Fernglas für Brillenträger erläutert.
Augenabstand (Pupillendistanz)
Der Augenabstand ist der Abstand Ihrer Augen zueinander. Beim Fernglas stellen Sie ihn ein, indem Sie die Hälften um die Mittelachse knicken, bis sich ein kreisrundes Bild ergibt. Datenblätter nennen Einstellbereiche wie 54 bis 74 mm (Beispiel Zeiss Conquest) oder 56 bis 72 mm (Beispiel Nikon Prostaff P3). Die Anleitung steht im Ratgeber Fernglas richtig einstellen.
Augenmuschel
Die Augenmuscheln sind die Aufsätze an den Okularen, auf die Sie die Augen aufsetzen. Mit Brille werden sie eingedreht oder nach unten umgestülpt, ohne Brille herausgedreht oder aufrecht gelassen. Sie sorgen dafür, dass das Auge im richtigen Abstand zur Linse sitzt. Mehr im Ratgeber Fernglas für Brillenträger.
Außenfokussierung
Bei der Außenfokussierung bewegen sich beim Scharfstellen die Okulare. Dabei wird laut Zeiss Luft angesaugt, mit ihr kleinste Staubpartikel; eine vollkommene Abdichtung ist nicht möglich. Das Gegenstück ist die Innenfokussierung. Zum Thema Abdichtung und Beschlag siehe Fernglas beschlägt.
Austrittspupille
Die Austrittspupille ist der helle Kreis, der aus dem Okular austritt. Sie berechnet sich als Objektivdurchmesser geteilt durch Vergrößerung; beim 8x42 sind das 42 ÷ 8 = 5,25 mm. Je größer sie ist, desto mehr Licht kann ins Auge gelangen. Die Rechnung und Beispiele stehen im Ratgeber Austrittspupille berechnen.
B
BaK4 und BK7
BK7 (Bor-Kronglas) und BaK4 (Barium-Kronglas) sind häufig verwendete Glassorten für Prismen. Laut Wikipedia erlaubt BaK4 eine hohe Detailauflösung und ein helles, farbtreues Bild. Wie ein Glas abbildet, hängt aber von weiteren Faktoren ab, die Glassorte allein entscheidet nicht. Mehr im Ratgeber Dachkant- oder Porroprisma.
Bildstabilisierung
Die Bildstabilisierung gleicht Handzittern aus. Bei Fujifilm erfasst ein elektronischer Gyrosensor Bewegungen und stabilisiert das Prismensystem. Die Geräte brauchen Batterien, sind meist schwerer und haben einen begrenzten Korrekturwinkel. Ohne Strom funktionieren sie laut Wikipedia wie normale Ferngläser. Mehr im Ratgeber Bildstabilisierung beim Fernglas.
D
Dachkantprisma
Beim Dachkantprisma verläuft der Strahl ohne oder mit nur kleinem Versatz, das Fernglas wirkt schlank. Die Bauart verlangt hohe Genauigkeit bei Winkel und Dachkante und einen Phasenkorrekturbelag. Zeiss nennt fast alle hochwertigen modernen Ferngläser Dachkant-Gläser. Siehe Dachkant- oder Porroprisma.
Dämmerungszahl
Die Dämmerungszahl ist die Wurzel aus Vergrößerung mal Objektivdurchmesser; beim 8x42 ist es √336 ≈ 18,3. Sie ist laut Zeiss-Optikbuch eine rein rechnerische Größe und lässt Schärfe, Kontrast und Transmission außer Acht. Jedes 8x42 hat dieselbe Zahl. Die Einordnung steht im Ratgeber Dämmerungszahl berechnen und deuten.
Dioptrienausgleich
Der Dioptrienausgleich gleicht Unterschiede in der Sehstärke beider Augen aus. Er sitzt bei vielen Modellen am rechten Okular, bei manchen im Mitteltrieb. Zeiss nennt einen Verstellbereich von idealerweise mindestens ±4 dpt. Eine Hornhautverkrümmung lässt sich am Okular nicht ausgleichen. Die Schritte stehen im Ratgeber Dioptrienausgleich einstellen.
F
Fixfokus
Ein Fixfokus-Fernglas hat keinen Mitteltrieb und lässt sich nicht scharf stellen. Laut Bresser-Anleitung sind solche Modelle vom Dioptrien-Einstellen ausgenommen. Nach der Wikipedia lassen sich Fixfokus-Gläser einfach abdichten. Mehr zu Bezeichnungen und Zahlen im Ratgeber Fernglas-Zahlen erklärt.
I
Innenfokussierung
Bei der Innenfokussierung bewegen sich nur innenliegende Linsen. Das Volumen im Gehäuse ändert sich nicht, deshalb findet bei abgedichteten Gläsern mit O-Ringen kein Luftaustausch statt. Zeiss nennt Stickstofffüllung nur bei solchen Gläsern sinnvoll. Mehr im Ratgeber Fernglas beschlägt.
K
Knickbrücke
Die Knickbrücke ist das Gelenk in der Mitte, um das sich die beiden Fernglashälften knicken lassen. Sie dient dem Einstellen des Augenabstands. Zeiss betont, dass Mitteltrieb, Knickbrücke und Augenmuscheln auch nach Jahren präzise funktionieren müssen. Siehe Fernglas richtig einstellen.
Kompaktfernglas
Kompaktferngläser sind klein und leicht. Die Wikipedia nennt Kennwerte von 6x18 bis 10x25 und 180 bis 300 g; sie seien nicht für die Dämmerung gedacht, und viele seien nicht brillentauglich. Ein Beispiel ist ein 8x25 mit 3,1 mm Austrittspupille. Mehr im Ratgeber Kompaktfernglas fürs Wandern.
M
Mitteltrieb
Der Mitteltrieb ist das Rad zwischen den Okularen, mit dem Sie die Schärfe einstellen. Nach den Anleitungen stellen Sie zuerst am linken Auge scharf. Danach nutzen Sie ihn für unterschiedliche Entfernungen. Bei manchen Modellen ist der Dioptrienausgleich im Mitteltrieb integriert. Siehe Fernglas richtig einstellen.
N
Naheinstellgrenze
Die Naheinstellgrenze ist der kleinste Abstand, auf den sich scharf stellen lässt. Beispiele aus Datenblättern: 1,5 m und 2 m bei Zeiss Conquest HD, 3,0 m bei Nikon Prostaff P3. Für Insekten und Blüten ist eine kurze Grenze wichtig. Zum Scharfstellen im Nahbereich siehe Fernglas unscharf.
O
Objektivdurchmesser
Der Objektivdurchmesser ist die zweite Zahl der Typbezeichnung, also die 42 beim 8x42, in Millimetern. Ein größeres Objektiv sammelt mehr Licht, bringt aber mehr Gewicht mit. Auf das Sehfeld hat er keinen Einfluss. Rechenbeispiele finden Sie im Ratgeber Fernglas-Zahlen erklärt.
P
Phasenkorrektur
Die Phasenkorrektur ist ein Belag auf den Dachflächen von Dachkantprismen. Er unterbindet wellenoptische Effekte, die sonst die Detailauflösung vermindern würden. Zeiss nennt ihn P-Belag. Erklärt wird er im Ratgeber Dachkant- oder Porroprisma.
Porroprisma
Beim Porroprisma sind die Objektive weiter auseinander als die Okulare, das Fernglas wirkt breit. Die Bauart ist einfacher herzustellen und erreicht eine hohe Transmission ohne Verspiegelung, ist aber größer und schwerer. Siehe Dachkant- oder Porroprisma.
S
Schärfentiefe
Die Schärfentiefe ist der Entfernungsbereich, der gleichzeitig scharf erscheint. Je höher die Vergrößerung, desto geringer ist sie. Mit einem 10-fachen Glas muss laut Zeiss präziser fokussiert werden als mit einem 7-fachen. Wenn das Bild nicht scharf wird, hilft der Ratgeber Fernglas unscharf.
Schmidt-Pechan-Prisma
Das Schmidt-Pechan-Prisma ist eine Dachkant-Prismenform, die kleiner baut und eine kürzere Baulänge erlaubt. Sie braucht eine Spiegelschicht, und jeder Spiegel absorbiert laut Zeiss einige Prozent Licht. Ein Herstellerdatenblatt nennt sie für ein 8x42. Mehr im Ratgeber Dachkant- oder Porroprisma.
Sehfeld (Sehwinkel)
Das Sehfeld gibt an, wie breit das Gelände ist, das Sie auf 1.000 m Entfernung auf einen Blick sehen. Mit 17,5 lässt es sich in Grad umrechnen: 120 m entsprechen etwa 6,9 Grad. Es ergibt sich aus Prisma und Okular, nicht aus dem Objektivdurchmesser. Siehe Fernglas-Zahlen erklärt.
Spektiv
Ein Spektiv ist ein Fernrohr mit stärkerer Vergrößerung als ein Fernglas; üblich sind laut Vogelwarte 20x bis 60x. Es wird überwiegend mit Stativ genutzt, denn jede Erschütterung stört das Bild. Wann sich welches Gerät lohnt, beschreibt Fernglas oder Spektiv.
Stickstofffüllung
Bei manchen abgedichteten Ferngläsern ist das Gehäuse mit Stickstoff gefüllt. Der Zweck ist laut Zeiss, dass keine feuchte Luft eingeschlossen ist, die bei Kälte im Inneren kondensieren könnte. Ob ein Modell gefüllt ist, steht im Datenblatt; eine Pauschale gibt es nicht. Mehr im Ratgeber Fernglas beschlägt.
T
Transmission
Die Transmission gibt an, wie viel Licht das Glas durchlässt. Hochwertige Ferngläser erreichen laut Wikipedia über 90 Prozent; das Swarovski Optik CL Pocket 8x25 nennt laut Hersteller 88 Prozent. Sie ergänzt die Austrittspupille bei der Frage nach der Bildhelligkeit. Mehr im Ratgeber Fernglas für Dämmerung und Ansitz.
Tunnelblick
Tunnelblick nennt man den Eindruck eines sehr kleinen Sehfelds, als blicke man durch eine Röhre. Zeiss beschreibt ihn als typisch für einfache Produkte und viele Zoomgläser. Auch falsch eingestellte Augenmuscheln können schwarze Ränder erzeugen. Hilfe bietet der Ratgeber Doppelbild und schwarze Ränder.
Ü
Überhub
Mit Überhub lässt sich ein Fernglas über Unendlich hinaus scharf stellen. Das hilft laut Zeiss Kurzsichtigen, die ohne Brille beobachten. Fehlt er, kann in der Ferne unter Umständen kein scharfes Bild entstehen. Zur Einstellung siehe Dioptrienausgleich einstellen.
V
Vergrößerung
Die Vergrößerung ist die erste Zahl der Typbezeichnung. Bei 10-facher Vergrößerung erscheint ein Objekt in 400 m so, als stünde es in 40 m. Eine hohe Vergrößerung bringt mehr Bildunruhe und ein kleineres Sehfeld und ist kein Qualitätsmaß. Siehe Fernglas-Zahlen erklärt.
Vergütung
Die Vergütung ist eine aufgedampfte Antireflexschicht auf den Glasflächen. Heute werden fast nur Mehrschichtvergütungen eingesetzt; sie verringern Reflexe und erhöhen die Transmission. Hydrophobe Schichten sollen laut Hersteller Wasser abperlen lassen. Mehr im Ratgeber Fernglas für Dämmerung und Ansitz.
Verzeichnung
Verzeichnung ist eine Bildfehlerform, bei der gerade Linien gekrümmt erscheinen. Sie beeinflusst das Schwenkbild; Hersteller konzipieren sie unterschiedlich, etwa mit kissenförmigem Verlauf. Wir bewerten sie nicht. Mehr zu optischen Kennzahlen im Ratgeber Fernglas-Zahlen erklärt.
W
Wasserdichtigkeit
Die Bezeichnung „wasserdicht“ gilt nach der Bresser-Anleitung nur, wenn sie am Produkt oder auf der Verpackung angegeben ist. Die Angaben der Hersteller sind uneinheitlich: Es gibt Druckangaben in mbar, Tiefenangaben in Metern und IPX-Klassen, deren Prüfbedingungen nicht vergleichbar sind. Lesen Sie daher das Datenblatt des konkreten Modells. Siehe Fernglas beschlägt.
Weitwinkel
Als Weitwinkelglas ordnet Zeiss Ferngläser ein, die einen subjektiven Sehwinkel ab 60 Grad nach ISO-Norm haben. Ein Sehfeld von 120 m ist bei 10-facher Vergrößerung sehr gut, bei 7-facher eher schwach. Siehe Fernglas-Zahlen erklärt.
Z
Zoomfernglas
Bei einem Zoomfernglas lässt sich die Vergrößerung stufenlos verstellen, etwa bei 8-24x50. Es hat mehr Linsen und erreicht laut Wikipedia nie die optische Leistung guter Gläser mit fester Vergrößerung. Bei hoher Stufe ist die Austrittspupille sehr klein. Siehe Fernglas-Zahlen erklärt.
Quellen (alle am 20.10.2026 abgerufen)
- Carl Zeiss Sports Optics: „Optik für Jagd und Naturbeobachtung”, 2. Ausgabe 2017, https://www.zeiss.de/content/dam/pno/landing-pages/germany/waidgefaehrte/mitgliedsbereich/infotainment/waffenkunde-und-optik/downloads/zeiss-waidgefaehrte-downloads-optikbuch.pdf, abgerufen am 20.10.2026
- ZEISS Conquest HD Flyer (Technische Daten), Druck 01/2014, https://www.astroshop.es/Produktdownloads/2087-811_CONQUEST_HD_Flyer_210x280_Deutsch_web.pdf, abgerufen am 20.10.2026
- Bresser Bedienungsanleitung Ferngläser Standard (v06/2026, PDF), https://bre-he-pim03.bresser.de/Instructions/Manual_Binoculars-Standard_de-en-fr-nl-it-es-pt_BRESSER_v062026a.pdf, abgerufen am 20.10.2026
- Leica Noctivid Anleitung (PDF), https://leica-camera.com/sites/default/files/2021-10/Noctivid.pdf, abgerufen am 20.10.2026
- Swarovski Optik: CL Pocket 8x25, Produktseite, https://www.swarovskioptik.com/de/de/jagd/products/binoculars/clp/clpocket/cl-pocket-8x25-ii, abgerufen am 20.10.2026
- Fujifilm: TECHNO-STABI Serie, Übersicht (DE) und Spezifikationen (CH), https://www.fujifilm.com/de/de/business/optical-devices/binocular/technostabi · https://www.fujifilm.com/ch/de/consumer/binoculars/technostabi/specification, abgerufen am 20.10.2026
- Nikon: PROSTAFF P3 8x42/10x42, Spezifikationen, https://imaging.nikon.com/sport-optics/lineup/binoculars/prostaff/prostaff_p3_x42/, abgerufen am 20.10.2026
- Schweizerische Vogelwarte: „Das richtige Fernrohr”, https://www.vogelwarte.ch/de/ratgeber/das-richtige-fernrohr/, abgerufen am 20.10.2026
- Wikipedia (de): „Fernglas”, https://de.wikipedia.org/wiki/Fernglas, abgerufen am 20.10.2026
Redaktionell recherchiert und verglichen, keine physischen Tests. Stand: 20.10.2026. Arbeitsweise und Werbung: Offenlegung.